Einkaufen: von der Bäckerei bis zur Kasse

Einkaufen ist die Situation, in der man am häufigsten Deutsch spricht — und die mit den wenigsten Sätzen auskommt. Bestellen, Menge nennen, zahlen. Dazwischen zwei Fragen, die immer kommen und die man kennen muss.

Lingo, der grüne Papagei, zeigt erklärend mit dem Flügel

Ich hätte gern … — die Bestellformel, die überall passt.

Die Regeln an Theke und Kasse

Ich hätte gern — die Bestellformel

Ich hätte gern … ist die höfliche Bestellform: Ich hätte gern zwei Brötchen. Auch gut: Ich möchte … oder kurz: Zwei Brötchen, bitte. Nie: Ich will — das klingt fordernd.

Ich will sagt das Kind, ich hätte gern sagt der Kunde.

Ich hätte gern zwei Brötchen. · Ich möchte ein Kilo Tomaten.

An der Theke: die Fragen der Verkäuferin

Typische Fragen: Was darf es sein? (= Was möchten Sie?), Sonst noch etwas? (= Noch mehr?), Darf es ein bisschen mehr sein? (beim Wiegen). Antworten: Das ist alles, danke. / Ja, gern.

„Sonst noch etwas?“ ist das Signal fürs Finale: Das ist alles, danke — und schon kommt der Preis.

Was darf es sein? · Sonst noch etwas? — Das ist alles, danke.

Bezahlen: bar oder mit Karte

Zusammen oder getrennt? fragt der Kellner. Kann ich mit Karte zahlen? fragt man besser vorher — kleine Läden nehmen manchmal nur Bargeld. Auf viele Flaschen gibt es Pfand (8–25 Cent), das der Automat im Supermarkt zurückgibt.

Pfand ist geliehenes Geld auf der Flasche — der Automat gibt es zurück, der Mülleimer nicht.

Kann ich mit Karte zahlen? · Zusammen oder getrennt? — Zusammen, bitte.

Mengen: ein Kilo, ein Stück, eine Packung

Auf dem Markt: ein Kilo Tomaten, 200 Gramm Käse, ein Stück Kuchen, eine Packung Reis, eine Flasche Wasser. Die Mengenangabe steht direkt vor der Ware — ohne von.

Deutsch spart das von: ein Kilo Tomaten, nicht ein Kilo von Tomaten.

ein Kilo Tomaten · 200 Gramm Käse, bitte

Öffnungszeiten und der Sonntag

Am Sonntag sind fast alle Geschäfte geschlossen — auch Supermärkte. Offen sind nur Bäckereien (morgens), Tankstellen und Bahnhofs-Läden. Samstags einkaufen ist deshalb Pflichtprogramm.

Der Sonntag ist in Deutschland heilig still: Wer sonntags Milch braucht, geht zur Tankstelle.

Wann haben Sie geöffnet? · Sonntags ist der Supermarkt geschlossen.

Was im Korb landet

das Brot / das Brötchengroß / klein vom Bäcker · -chen = klein und sächlich

die Milch, die Butter, der Käsedie Grundausstattung · die Milch, die Butter — aber der Käse

das Obst / das GemüseÄpfel und Co. / Tomaten und Co. · beide sächlich

der Apfel, die Banane, die TomateEinkaufsklassiker · der Apfel — die Äpfel (Umlaut im Plural)

die Kartoffel, der Reis, die Nudelndie Sattmacher · die Nudeln — meist im Plural

das Fleisch, der Fisch, das Hähnchenvon der Theke · Hähnchen: wieder ein -chen

das Wasser (still / mit Kohlensäure)die Wasserfrage · ohne Kohlensäure = still

der Kaffee, der Tee, der Saftdie Getränke · alle drei männlich

die Kassewo man bezahlt · an der Kasse, bitte anstellen

der Einkaufswagender Wagen mit der Münze · braucht oft 1 Euro als Pfand

Die zwei Fragen, die immer kommen

„Was darf es sein?“ heißt nichts anderes als: Was möchten Sie? „Sonst noch etwas?“ heißt: Noch mehr? Wer diese beiden Formeln kennt, gerät an der Theke nicht ins Stocken — ein einfaches „Nein danke, das ist alles“ reicht als Antwort.

Zwei Dinge überraschen fast alle, die neu hier sind: Auf viele Flaschen kommt Pfand, das man beim Rückgabeautomaten zurückbekommt. Und sonntags sind die Geschäfte zu — außer Bäckereien am Morgen, Tankstellen und Läden im Bahnhof.

Im Kurs ist der Einkauf ein Rollendialog: deine Sätze sind verdeckt, du formulierst erst selbst und deckst dann auf. Genau so läuft es später auch an der Kasse — ohne Nachschlagen.

Crash, das Wildschwein, im vollen Lauf

Genug gelesen?

Zwei Minuten Einschätzung, und du weißt, womit du anfangen solltest — und was du getrost überspringen darfst.

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