Das Präsens: sechs Endungen, dann baust du Sätze

Das italienische Präsens ist kein Tabellenfriedhof: drei Verbfamilien (-are, -ere, -ire), sechs Endungen, und weil die Endung die Person verrät, fällt das Pronomen meist weg — parlo heißt schon „ich spreche“.

Lingo, der grüne Papagei, zeigt erklärend mit dem Flügel

Die Endung IST die Person: -o ich, -i du, -a er.

Die Regeln

Die drei Familien

Jedes italienische Verb endet im Infinitiv auf -are, -ere oder -ire. Du streichst diese Endung und hängst die Personalendung an. Der Rest davor heißt Stamm.

parlare → parlo. Der Stamm bleibt, nur hinten wird getauscht.

Die zwei Endungen, die immer stimmen

-o ist immer „ich“. -iamo ist immer „wir“ — in allen drei Familien, ohne Ausnahme, auch bei den unregelmäßigen Verben. Wenn du nur zwei Formen mitnimmst, dann diese.

o wie ogni volta io — jedes Mal ich. iamo = wir, immer.

Prendo un caffè. — Ich nehme einen Espresso. · Andiamo al ristorante. — Wir gehen ins Restaurant.

Wo die Familien sich unterscheiden

lui/lei: -are macht -a, die anderen beiden -e. voi: -ate / -ete / -ite — der Vokal der Familie bleibt stehen. loro: -ano / -ono / -ono. Mehr Unterschied gibt es nicht.

Bei voi hörst du die Familie: parlate, prendete, dormite.

Die -isc-Gruppe

Ein Teil der -ire-Verben schiebt -isc- zwischen Stamm und Endung — aber nur dort, wo die Betonung auf dem Stamm liegt. Bei noi und voi fällt es weg.

Das isc steht außen, nie in der Mitte: capisco, capisci, capisce — capiamo, capite — capiscono.

Die sechs Arbeitspferde

Diese sechs sind unregelmäßig und kommen in fast jedem Satz vor. Sie lohnen sich auswendig — alles andere leitest du ab.

Auch hier gilt: -o ist ich, -iamo ist wir. Nur essere schert aus (sono, siamo).

Drei weitere, die du sofort brauchst

dovere (müssen): devo, devi, deve, dobbiamo, dovete, devono.venire (kommen): vengo, vieni, viene, veniamo, venite, vengono.stare (sich befinden, sein): sto, stai, sta, stiamo, state, stanno.

Come stai? ist stare, nicht essere. Befinden ist stare, Eigenschaft ist essere.

Sto bene. — Mir geht es gut. · Sono tedesco. — Ich bin Deutscher.

Warum ohne Pronomen?

Io parlo sagt nur, wer betonen will: ICH spreche (nicht du). Im Normalfall reicht parlo — die Endung -o kann nur „ich“ sein. Das macht italienische Sätze kürzer als deutsche und ist der Grund, warum sich die sechs Endungen wirklich lohnen.

Im Kurs übst du sie an den Verben, die im Urlaub wirklich fallen: prendere (nehmen, prendo un caffè), volere (wollen, vorrei ist die Höflichkeitsform davon), andare (gehen).

Crash, das Wildschwein, im vollen Lauf

Genug gelesen?

Zwei Minuten Einschätzung, und du weißt, womit du anfangen solltest — und was du getrost überspringen darfst.

Los →