Höflichkeit: usted, quisiera — und das lockere tú
Spanien duzt schnell — schneller als Deutschland. Trotzdem gibt es Formen, die Türen öffnen: quisiera (ich hätte gern), ¿me pone…? (geben Sie mir…) und das usted für Ältere und Ämter.

¿Me pone una caña? — höflich bestellen ohne Umwege.
Die Regeln
usted ist die dritte Person
usted benutzt die Form von él/ella: ¿Usted es alemán? Plural: ustedes — in Lateinamerika ersetzt es auch das vertraute vosotros.
Abgekürzt Ud. oder Vd. Wer es auf einem Schild liest, wird gesiezt.
Der höfliche Imperativ dreht die Endung um
Genau wie im Italienischen: Verben auf -ar bekommen -e, Verben auf -er und -ir bekommen -a.
Die Höflichkeit dreht die Endung um — derselbe Merksatz wie beim Italienischen, dieselbe Logik.
Die unregelmäßigen Bitten
diga (decir), haga (hacer), ponga (poner), traiga (traer), venga (venir), dé (dar), vaya (ir).
¡Dígame! ist die Standardbegrüßung am Telefon — wörtlich „sagen Sie mir“.
Póngame una caña, por favor. — Geben Sie mir ein kleines Bier. · Tráigame la cuenta, por favor. — Bringen Sie mir die Rechnung.
Weicher als der Imperativ
Im Alltag hört man öfter die Frage als den Befehl: ¿Me pone…?, ¿Me trae…?, ¿Podría…? Das ist die freundlichste Stufe.
Von direkt nach sanft: póngame → ¿me pone? → ¿podría ponerme?
¿Me pone otra, por favor? — Geben Sie mir noch eine? · ¿Podría repetir, por favor? — Könnten Sie wiederholen?
Was dazugehört
Buenos días (bis Mittag), buenas tardes (bis Sonnenuntergang), buenas noches. Por favor, gracias, de nada, perdone, disculpe.
Spanisch grüßt im Plural: buenos días, nicht „buen día“ (das gibt es, aber seltener).
Spanien gegen Lateinamerika
In Spanien ist tú der Normalfall unter Gleichaltrigen, usted die Ausnahme für Respekt und Distanz. In weiten Teilen Lateinamerikas ist usted alltäglicher — und Argentinien sagt vos. Der Kurs lehrt die spanische Verteilung und weist auf die Unterschiede hin.

Genug gelesen?
Zwei Minuten Einschätzung, und du weißt, womit du anfangen solltest — und was du getrost überspringen darfst.
Los →