Höflichkeit: die weichen Formen
Englisch hat kein Sie — die Höflichkeit steckt in den Verben: I'd like statt I want, could statt can, und ein please öfter als im Deutschen. Die Formen sind schnell gelernt und ändern den Ton komplett.

I want sagt das Kind, I'd like sagt der Gast.
Die Regeln
I'd like statt I want
I'd like a coffee, please. — I want ist grammatisch richtig, klingt aber wie ein Befehl. I'd like (= I would like) ist der neutrale Standard.
I want sagt das Kind an der Kasse. I'd like sagt der Gast.
I'd like a table for two, please. · I'd like to pay, please.
Could und Can
Could I have…? / Could you…? — could ist die höfliche Bitte. Can geht unter Freunden; bei Fremden wirkt could einen Hauch feiner.
Could you help me? öffnet Türen — can klopft nur an.
Could I have the bill, please? · Could you say that again?
Please und thank you — öfter als im Deutschen
Im Englischen hängt please an fast jeder Bitte und thanks/thank you an fast jeder Interaktion — deutlich öfter als im Deutschen. Auslassen wirkt schroff, auch wenn es keiner sagt.
Im Zweifel ein please mehr. Es gibt kein Zuviel.
Two coffees, please. · Thanks a lot!
Sorry und Excuse me
Excuse me — bevor man jemanden anspricht oder sich vorbeidrängt. Sorry — danach, beim Anrempeln, und als Brite ständig. Sorry? mit Fragezeichen heißt „wie bitte?“.
Excuse me öffnet, sorry repariert, Sorry? fragt nach.
Excuse me, where is the station? · Sorry? Could you repeat that?
Untertreibung verstehen
Briten loben leise: not bad heißt gut, quite nice heißt sehr schön, a bit expensive heißt Wucher. Wer das weiß, versteht Komplimente — und Beschwerden.
„Interesting“ über dein Essen ist selten ein Kompliment.
Not bad at all! — richtig gut! · It's a bit pricey. — es ist teuer.
Die Untertreibung verstehen
Briten loben leise und beschweren sich leiser: not bad heißt gut, quite nice heißt sehr schön, und „it's a bit pricey“ ist eine ernste Beschwerde über den Preis. Wer die Untertreibung kennt, versteht endlich, was gemeint ist.

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