Satzbau: die Sprache ohne Ballast
Artikel, Genus, Fälle und Verbendungen fallen komplett weg: Ein indonesischer Satz ist Subjekt, Verb, Objekt, also Deutsch ohne das, was am Deutschen schwer ist.

Saya makan nasi — ich esse Reis. Mehr Grammatik ist es nicht.
Die Regeln
Was es alles nicht gibt
Kein bestimmter oder unbestimmter Artikel. Kein grammatisches Geschlecht. Keine Fälle. Keine Verbkonjugation — makan heißt „essen“, und zwar für jede Person und jede Zeit.
saya makan, dia makan, mereka makan — ein Wort, alle Personen.
Das Wichtige steht vorn
Anders als im Deutschen steht das Adjektiv nach dem Substantiv, und der Besitzer ebenso. Das gilt ausnahmslos.
Erst die Sache, dann die Beschreibung: rumah besar = Haus groß. rumah saya = Haus mein.
rumah besar — ein großes Haus · nasi goreng — gebratener Reis
ini und itu
ini = dies(er) hier, itu = jene(r) da. Sie stehen hinter dem Substantiv und übernehmen die Aufgabe, die im Deutschen der bestimmte Artikel hat.
buku ini = dieses Buch. buku itu = das Buch (dort / das bekannte).
Buku ini bagus. — Dieses Buch ist gut. · Rumah itu besar. — Jenes Haus ist groß.
Zwei Wörter für „nicht“
tidak verneint Verben und Adjektive. bukan verneint Substantive. Diese Unterscheidung gibt es im Deutschen nicht — und sie wird streng eingehalten.
bukan steht vor einem Ding, tidak vor allem anderen.
Der Plural ist meist unsichtbar
Meist steht das Substantiv einfach unverändert — der Zusammenhang klärt die Zahl. Braucht man den Plural ausdrücklich, verdoppelt man das Wort: buku-buku. Steht eine Zahl dabei, wird nie verdoppelt.
dua buku — zwei Buch. Die Zahl reicht, die Verdopplung wäre doppelt gemoppelt.
buku — Buch / Bücher · buku-buku — Bücher (ausdrücklich)
ada — es gibt, vorhanden sein
ada heißt „es gibt“ oder „da sein“. Zwischen Substantiv und Adjektiv steht dagegen gar kein Verb: rumah itu besar — jenes Haus (ist) groß.
Kein „ist“. Zwei Wörter nebeneinander reichen: saya lapar = ich hungrig.
Ada meja kosong? — Gibt es einen freien Tisch? · Tidak ada. — Gibt es nicht.
Der Plural ist eine Verdopplung
Wo Deutsch einen Plural braucht, verdoppelt Indonesisch einfach: anak = Kind, anak-anak = Kinder. Meist reicht sogar der Kontext — dua anak (zwei Kind) ist völlig korrekt. Die Denkweise ist ungewohnt, aber nach einer Woche will man sie nicht mehr hergeben.

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